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Husky-Bild

Eine Hundeschlittenfahrt mit Red Dog Packers

Die Fotos gibts auf Klick auch größer!

Zu meinem dreißigsten Geburtstag 2005 habe ich einen Gutschein für eine Hundeschlittenfahrt bekommen. (irgendwie sträubt sich bei mir alles, statt "Hundeschlittenfahrt" "Schlittenhundefahrt" zu sagen — wir sind schließlich auf dem Schlitten gefahren und nicht auf den Hunden...)

Kleine Abschweifung an dieser Stelle:
Immer, wenn das Gespräch auf Schlittenhunde — oder viel mehr Huskies — kommt, fällt mir direkt eine Eselsbrücke von Herrn Stumpfes Zieh- und Zupfkapelle ein:

Um sich den Liedtext von "Fuchs du hast die Gans gestohlen" besser merken zu können, merke man sich einfach eine Reihe von Tiernamen:
Fuchs Kuh Husky Gams Reh Fohlen Gibbon Biber Bär
:-) Lach...

Wir konnten unseren Gutschein nicht zeitnah einlösen, weil wir noch mit unserem Umbau beschäftigt waren und außerdem Emma unterwegs war. Nachdem Emma aus dem gröbsten raus und babysittertauglich war, waren wir aber recht bald schon wieder mit Paula beschäftigt....

Im November 2007 haben wir (das heißt vor allem Andrea) es nun endlich auf die Reihe bekommen, den Gutschein-Aussteller Roland Seyfried, von Red Dog Packers zu kontaktieren und vor allem auch den Gutschein einzulösen.

Nach einigem Überlegen haben wir uns dazu entschlossen, schon am Tag zuvor nach Gammertingen anzureisen und dort im Hotel Kreuz zu übernachten.


Pfotenabdruck

Unser Dank gilt vorneweg vor allem Rolands treuen Huskies, die uns beide tapfer drei Stunden lang durch die Gegend gezogen haben, obwohl nicht überall richtig Schnee lag. Gleich danach kommt natürlich der Dank an unseren Musher Roland, der uns während der Tour mit allen nur denkbaren Infos versorgt hat.

Was wir an dem Tag alles gelernt haben, hätten wir vorher definitiv nicht für möglich gehalten; vor allem auch, weil wir uns nicht wirklich eine Vorstellung davon machen konnten, was uns erwarten sollte...

An dieser Stelle ist es an der Zeit, dass ich mich vorab schonmal entschuldige für die Sachen, die ich trotz Rolands Infos doch noch falsch mache....


Musher im Anmarsch

Roland begrüßte uns auf einem Parkplatz knapp außerhalb von Bitz (Google-Maps-Link).

Hier hat er uns erklärt, warum so ein Schlittenhund das mit dem Schlitten überhaupt macht und dass es für so ein kleines Rudel Huskies durchaus kein Problem ist, auch Gewichte von mehr als einer Tonne ins Rutschen zu bringen.

Wir haben was über den Unterschied zwischen Jagdtieren und Fluchttieren gelernt; auch, dass wenn die Huskies mal in ihrem Element sind, sie den Schlitten sehr zackig anziehen können und wir (die Passagiere) deshalb am Besten im Schlitten bleiben sollten.

Nach dieser Einführung fuhren wir zum Startpunkt, wo wir ein wenig geholfen haben, den Schlitten aufzubauen; das allermeiste hat unser Musher aber selbst gemacht. — wir hatten zu diesem Zeitpunkt immerhin einen Heidenrespekt vor den Hunden...


Was hat er gesagt?!?

Die Abfahrt war erstmal sehr rasant; denn die Huskies wollten unbedingt los. Unser Begleitteam, Oma und Opa Strempfer, meinte, es habe traumhaft ausgesehen, wie wir in einer großen Linkskurve verschwanden...

Wir waren derweil damit beschäftigt, überhaupt mal wieder was zu sehen, denn so ein Husky, der Gas gibt, lässt auch ganz schön Untergrund nach hinten fliegen, und wir saßen ja direkt hinten dran.

Roland erklärte uns, dass es keinerlei brauchbare Husky-Bücher zu kaufen gebe. Das sei aber auch vollkommen verständlich, denn die Leute, die wirklich was von den Tieren verstehen, sind ja die, die mit ihnen arbeiten. Wer aber wirklich mit Huskies arbeitet, der hat auch keine Zeit, ein Buch darüber zu schreiben.

Rolands spezielle Sorte Husky, die er direkt aus Alaska geholt hat, ist außerdem vom Aussterben bedroht, denn Huskies werden eigentlich von niemandem mehr als Arbeitshunde eingesetzt sondern nur noch beinahe industriell für Rennzwecke gezüchtet.


flach liegende Huskies

Während unserer Teepause konnten wir dank heißem Tee (Danke, Roland-Mama!) und der Möglichkeit, mal aus dem Schlitten auszusteigen, wieder ein bisschen auftauen, und, man mag es kaum glauben, mal ein wenig über Schlittenhunde reden (war ein Witz; das haben wir natürlich während der gesamten Fahrt gemacht...)

Mit der Teepause hatten wir auch zum ersten Mal Gelegenheit, mal so einen Husky zu knuddeln. Dabei gilt dasselbe Prinzip, das auch bei Pferden greift: immer schön von vorne und vorsichtig rangehen.

Wobei die Pferde natürlich nur ein Beispiel sind — es dürfte eigentlich kein Tier begeistert sein, wenn es überrascht wird...


Hund oder Maulwurf?

Wir erfuhren auch, warum Roland Huskies hat, die ein Schlappohr haben:
Faulheit ist die Antwort!
Wären die Tiere ab ihrer Geburt dazu gezwungen gewesen, sich zur Futtersuche auf ihre Sinne — insbesondere eben auch auf ihr Gehör — verlassen zu müssen, dann hätten wir keine Schlappohren beobachten können.

Roland ist es übrigens nach eigener Auskunft am liebsten, wenn mindestens eines der beiden Ohren steht und vor allem sich immer mal wieder nach hinten zu ihm dreht, denn das bedeutet, dass der Hund aufpasst, was sein Herrchen macht.


Lieber Hund!!

Beinahe zu schnell waren die drei Stunden Fahrt rum und wir kamen wieder zurück zu Oma und Opa. Natürlich musste Emma dann noch einen Hund streicheln. Roland hat deshalb nochmal den Clint aus dem Auto geholt.

Auch Oma und Opa haben die Gelegenheit genutzt und sich nochmal ausführlich mit Roland unterhalten.

Vor allem konnte uns Roland auch das mit den blauen oder eben nicht blauen Augen von Huskies erklären — wer das jedoch auch wissen will, dem legen wir einen Besuch bei Roland sehr stark ans Herz.


Fazit

Die Hundeschlittenrundfahrt war für uns ein absolut fantastisches Erlebnis.

Wir können Roland Seyfrieds Red Dog Packers nur weiterempfehlen, vor allem auch Leuten, die so eine Hundeschlittenfahrt nicht nur zum Spaß machen wollen, sondern auch etwas über die Materie erfahren wollen.

Die Route im Gebiet zwischen Bitz und Neufra ist gerade im Winter einfach traumhaft gelegen.

Danke, Roland, danke vor allem auch unseren "Zugpferden" Mario, Clint, Wilma und alle anderen!